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Stablecoin-Yields: Woher die Rendite wirklich kommt

Zinsen auf Dollar-Token gibt es nicht geschenkt. Eine Übersicht der vier Ertragsquellen — und wie man seriöse von fragilen unterscheidet.

2 Min. Lesezeit

„8 % auf Stablecoins" klingt nach einem Freifahrtschein. Die richtige Frage lautet aber immer: Wer bezahlt diesen Zins — und warum?

Die vier Quellen von Stablecoin-Rendite

1. Lending-Nachfrage

Auf Geldmärkten leihen sich Händler Stablecoins, um Positionen zu hebeln, und zahlen dafür Zins. Der Ertrag ist real und marktgetrieben — er schwankt daher mit der Nachfrage. In ruhigen Marktphasen sinken die Sätze spürbar.

2. Staatsanleihen im Hintergrund

Emittenten tokenisierter Geldmarktfonds reichen die Rendite kurzlaufender Staatsanleihen weiter. Das ist die konservativste Quelle — die Rendite folgt schlicht dem Leitzins.

3. Handelsgebühren aus Liquiditätspools

Wer Liquidität in einen Stablecoin-Pool einlegt, verdient an jedem Tausch mit. Bei Paaren aus zwei Stablecoins ist das Kursrisiko gering, die Erträge sind aber volumenabhängig.

4. Token-Anreize

Protokolle subventionieren Einlagen mit eigenen Token. Diese Quelle ist die fragilste: Der ausgewiesene Prozentsatz hängt am Kurs des Anreiz-Tokens und kann über Nacht verschwinden.

Die Faustregel

Rendite deutlich über dem risikofreien Zins bedeutet immer eines von zwei Dingen: echtes Zusatzrisiko oder eine Subvention mit Ablaufdatum.

Seriöse Analyse heißt, die Quelle zu benennen, bevor man über die Höhe spricht. Ein nachhaltiger Ertrag aus Lending-Nachfrage bei 5 % ist strukturell etwas anderes als 15 % aus Token-Emissionen — auch wenn beides in derselben APY-Anzeige steht.

Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung.