Delta-neutrale Rewards-Strategie auf Ondo Perps: RWA-Trading mit systematischem USDC-Cashflow
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Wer in den letzten Monaten die dezentrale Handelslandschaft beobachtet hat, wird bemerkt haben, dass Real World Assets, also tokenisierte Aktien, Indizes und Rohstoffe, zunehmend auf Perpetual-Börsen gehandelt werden. Ondo Perps ist eine dieser Plattformen, und sie bringt nicht nur neue handelbare Assets mit, sondern auch ein Rewards-Programm, das für Trader eine ungewöhnliche Kombination aus echter USDC-Rendite und struktureller Marktneutralität eröffnet. Die Besonderheit ist, wie eine Delta-neutrale Position einen wiederkehrenden Cashflow erzeugt, mit Risiken, die sich kontrollieren lassen, wenn man die Mechanik verstanden hat.
Die Plattform und ihr Rewards-Programm
Ondo Perps ist eine dezentrale Perpetual-Börse, die sich auf Real World Assets spezialisiert hat. Trader können auf Aktien wie Apple, Nvidia, Microsoft oder Tesla, auf Indizes wie den S&P 500 und den Nasdaq 100, auf Rohstoffe wie Gold, Silber und Öl sowie auf ETFs mit bis zu 20-fachem Hebel gehen, rund um die Uhr, sieben Tage die Woche. Die Plattform befindet sich aktuell in der Beta-Phase, der Zugang ist ausschließlich über einen Einladungs-Link möglich. Als Kollateral werden USDC sowie tokenisierte ETFs wie SPYon und QQQon akzeptiert. Dadurch kann dasselbe Asset als Hedge und Margin dienen.
Das zentrale Merkmal aus Tradersicht ist das Rewards-Programm. Ondo schüttet wöchentlich USDC an alle Teilnehmer aus, basierend auf deren Handelsvolumen oder Open Interest. Das Gesamtbudget beträgt 3 Millionen USDC, die wöchentliche Ausschüttung liegt bei 150.000 USDC, was einer geplanten Laufzeit von 20 Wochen entspricht. Auf offene Positionen erhalten Nutzer einen Bonus von 15 bis 20 Prozent auf die Positionsgröße, nicht auf das Eigenkapital. Wer also eine Position im Wert von 100.000 USDC offen hält, bekommt unabhängig von der Preisentwicklung des Underlyings einen Bonus in dieser Größenordnung, sofern die Position offen bleibt.
Die Grundidee: Delta-neutral farmen
Der Kern der Strategie ist einfach: Man eröffnet eine Position auf Ondo Perps und sichert sie mit einer entgegengesetzten Position auf einer anderen Plattform ab. Dadurch ist man delta-neutral, die Netto-Exposure gegenüber dem Markt bewegt sich nahe null. Die Preisbewegungen des Underlyings heben sich gegenseitig auf. Was bleibt, ist das Open Interest auf Ondo, auf dem der Bonus berechnet wird, plus eventuelle Funding-Raten, die man auf einer oder beiden Seiten verdient.
Die delta-neutrale Rewards-Strategie auf Ondo Perps ist kein Spekulationsansatz. Sie zielt darauf ab, die strukturellen Anreize einer Plattform in der Beta-Phase systematisch zu monetarisieren. Die Besonderheit liegt in der Kombination: echte USDC-Rendite aus dem Rewards-Programm, zusätzliche Erträge aus Funding-Raten, Punkte auf zwei Plattformen gleichzeitig und ein Risiko, das durch Delta-Neutralität und moderaten Hebel kontrollierbar bleibt.
Die Absicherung kann auf verschiedenen Plattformen erfolgen: Extended, Variational oder Nado sind Beispiele. Variational hat den Vorteil, dass dort keine Trading-Gebühren anfallen und zusätzlich ein eigenes Punkteprogramm existiert. Auf Ondo selbst fallen Gebühren für das Öffnen und Schließen von Positionen an, aktuell im Rahmen einer 50-Prozent-Rabattaktion 0,01 Prozent für Maker und 0,025 Prozent für Taker. Diese Gebühren müssen gegen die verdienten Rewards gerechnet werden. Wer die Strategie über reines Volumen fahren würde, also ständig Positionen öffnen und schließen, würde einen Großteil der Rendite durch Gebühren verlieren. Daher ist der Ansatz über offene Positionen, also über Open Interest, der effizientere Weg.
Paar-Strategien: Mehr Open Interest bei weniger Schwankung
Die einfachste Variante der Strategie ist ein klassisches Long-Short-Paar auf demselben Asset: Gold long auf Ondo, Gold short auf Variational, oder umgekehrt, je nachdem, wo die Funding-Raten günstiger sind. Die Position ist delta-neutral, und man verdient den Ondo-Bonus auf die Positionsgröße.
Kombiniert man zwei eng korrelierte Assets, die sich ähnlich bewegen, aber als separate Positionen zählen, ergeben sich weitere Möglichkeiten. Ein Beispiel ist das Paar Gold und Silber. Gold und Silber bewegen sich historisch in hohem Maße synchron. Das Verhältnis von Gold zu Silber, also der Goldpreis geteilt durch den Silberpreis, verläuft über Jahre weitgehend seitwärts, mit gelegentlichen Ausbrüchen, die aber in einem überschaubaren Rahmen bleiben. Wenn man nun Gold long geht und Silber short, jeweils mit einem 4-fachen Hebel, dann hat man in Summe ein 8-faches Open Interest, auf das der Ondo-Bonus berechnet wird, während die tatsächliche Portfolio-Schwankung deutlich geringer ist als bei einer einseitigen Position. Die beiden Positionen gleichen sich teilweise aus, weil beide Edelmetalle sich ähnlich bewegen, aber für das Rewards-Programm zählt jede Position einzeln.
Ein weiteres Beispiel ist das Paar S&P 500 und Nasdaq 100. Der S&P 500 und der Nasdaq 100 haben eine sehr hohe Korrelation, da viele große Nasdaq-Titel auch im S&P 500 enthalten sind. Das Verhältnis der beiden Indizes bewegt sich seit Jahren in einem relativ engen Korridor. Wer den S&P 500 shortet und den Nasdaq 100 longt, oder umgekehrt, ist nahezu delta-neutral und generiert dennoch ein hohes Open Interest. Bei einem 5-fachen Hebel auf jeder Seite ergibt sich ein 10-faches Open Interest, auf das der Bonus von 15 bis 20 Prozent berechnet wird.
Hebel und Risikomanagement
Die empfohlene maximale Gewichtung im Portfolio liegt bei 10 bis 20 Prozent. Ondo Perps ist seriös, befindet sich aber noch in der Beta-Phase, und das bedeutet, dass mit Systemfehlern gerechnet werden muss. Ein All-in ist nicht ratsam.
Für den Hebel empfiehlt sich ein Bereich von 2x bis 4x, in Ausnahmefällen bis 5x. Der Grund ist pragmatisch: Bei höherem Hebel wird der Liquidationsabstand eng, und bei Volatilität, insbesondere an Wochenenden, wenn externe Preis-Feeds pausieren und interne Preisfindungsmechanismen greifen, kann es zu plötzlichen Bewegungen kommen. Mit 2x bis 4x Hebel hat man genug Puffer, um reagieren zu können, wenn Anpassungen nötig werden. Preisalarme, etwa in TradingView, sind sinnvoll, um aufkommende Volatilität nicht zu verpassen.
Die Absicherungspositionen auf der Gegenseite müssen natürlich die entgegengesetzte Richtung haben. Wenn man auf Ondo Gold long und Silber short geht, muss man auf der anderen Plattform Gold short und Silber long gehen. Die Größen müssen exakt übereinstimmen, damit die Position tatsächlich delta-neutral ist. Beim Öffnen und Schließen sollte man auf den Spread achten, also den Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufspreis. Bei weniger liquiden Assets kann der Spread erheblich sein und die Rendite auffressen. Es empfiehlt sich, größere, stabilere Assets wie Gold, Silber, Öl, Google, Tesla oder Nvidia zu wählen und die Positionsgröße an das Open Interest des jeweiligen Marktes anzupassen. Bei einem Open Interest von einer halben Million Dollar sollte man nicht mit 100.000 Dollar in den Markt gehen, sondern eher mit 10.000 bis 25.000 Dollar.
Die Liquidität auf Ondo ist noch nicht mit etablierten Krypto-Perp-Börsen vergleichbar. Das 24-Stunden-Handelsvolumen auf Ondo liegt bei etwa 9 Millionen USDC, während eine Plattform wie Lighter bei 600 Millionen liegt. Wochenend-Effekte können zu extremen Funding-Raten führen, die in beide Richtungen wirken. Und die Laufzeit des Rewards-Programms ist begrenzt: 20 Wochen, von denen bereits einige vergangen sind. Wer einsteigt, sollte dies mit einem klaren Zeitfenster tun und die Positionen aktiv begleiten.
Funding-Raten als zusätzliche Ertragsquelle
Neben dem Ondo-Bonus können Funding-Raten eine zusätzliche Einnahmequelle sein. Die Funding-Raten auf Ondo sind normalerweise stabil, meistens liegt ein Standardwert von 0,0063 Prozent pro Stunde an, was annualisiert etwa 5,5 Prozent entspricht. Wenn man nun auf einer anderen Plattform eine höhere Funding-Rate findet, beispielsweise 55 Prozent annualisiert auf einer Aktie wie Google, kann man die Position so aufbauen, dass man auf der Seite mit der höheren Rate verdient und auf der Ondo-Seite den Standardbetrag zahlt. In Summe bleibt ein positiver Netto-Ertrag aus den Funding-Raten.
Die Logik ist einfach: Wenn die Funding-Rate auf einer Plattform positiv ist, verdienen Shorts und Longs zahlen. Will man die Funding-Rate verdienen, geht man auf der entsprechenden Plattform short. Auf Ondo geht man dann long, um delta-neutral zu bleiben. Dort zahlt man die Standard-Funding-Rate, die deutlich niedriger ist als das, was man auf der anderen Seite verdient. Die Differenz ist der Netto-Ertrag.
Allerdings können sich Funding-Raten bei RWA-Perps sprunghaft ändern. Sie sind nicht so stabil und vorhersehbar wie bei Krypto-Perpetuals. Man muss flexibel bleiben und die Positionen im Blick behalten. Wenn die Funding-Raten drehen, kann es sinnvoll sein, die Positionen zu schließen und neu aufzubauen.
Das Wochenend-Phänomen
Eine Besonderheit von Ondo Perps sind die Wochenend-Effekte. Da die zugrunde liegenden traditionellen Märkte am Wochenende geschlossen sind, pausieren die externen Preis-Feeds. Die Plattform schaltet auf eine interne Preisfindung um, die sich aus dem Orderbuch ableitet. Bei weniger liquiden Assets kann es dabei zu massiven Abweichungen in den Funding-Raten kommen.
Am ersten Augustwochenende 2026 kam es zu extremen Anomalien. Bei Öl (WTI) traten kurzfristig Funding-Raten von über 1.900 bis 2.000 Prozent pro Stunde auf. Microsoft hatte Peaks von 300 Prozent, andere Assets wie DRAM erreichten 1.000 Prozent. Sogar Bitcoin war mit über 100 Prozent für einige Stunden betroffen. Diese Abweichungen waren auf Fehler im Funding-Rate-System zurückzuführen, mathematische Abweichungen in der Berechnung, die auftraten, wenn sich ein Asset übers Wochenende bewegte und die interne Preisfindung ins Schwanken geriet.
Ondo hat daraufhin die von Nutzern gezahlten Funding-Raten als Entschädigung zurückerstattet. Gewinne aus diesen Anomalien wurden den Tradern jedoch belassen. Wer also die richtige Position erwischt hatte, konnte erhebliche Beträge verdienen. Wer auf der falschen Seite saß, bekam seine gezahlten Funding-Raten zurück. Die Rückerstattungen sind in der Account Activity unter den jeweiligen Transaktionen sichtbar.
Für die Strategie bedeutet das: Am Wochenende sollte man seine Positionen im Blick behalten. Wer Zeit hat, kann die Funding-Raten auf Ondo sortieren und bei extremen Abweichungen gezielt Positionen eröffnen, um die Anomalien auszunutzen. Das ist allerdings eher ein Bonus und kein Kernbestandteil der delta-neutralen Strategie.
Die Chancen in Zahlen
Die Mathematik der Strategie lässt sich konkret durchrechnen. Das wöchentliche Rewards-Budget von 150.000 USDC wird basierend auf dem Handelsvolumen verteilt. Bei einem geschätzten wöchentlichen Plattform-Volumen von rund 780 Millionen USDC ergibt sich ein Faktor von 0,000192: Für jeden Dollar, den man an Gebühren und Spread ausgibt, bekommt man 1,92 USDC an Rewards zurück. Die geschätzten Kosten, um 1 Million USDC Volumen zu generieren, liegen bei etwa 80 USDC an Gebühren (mit Rabatt-Code) und 20 USDC an Spread, also 100 USDC Gesamtkosten. Dagegen stehen 192 USDC an Rewards. Der Nettogewinn liegt bei 92 USDC pro 1 Million USDC Volumen.
Wer 5 Millionen USDC Volumen in einer Woche generiert, kommt auf etwa 961 USDC Nettogewinn. Bei 10 Millionen USDC sind es 1.922 USDC. Mit 10.000 USDC Kapital auf jeder Seite, also 20.000 USDC insgesamt, und einem 20-fachen Hebel lassen sich diese Volumina erreichen, wenn man die Positionen über die Woche offen hält und gelegentlich anpasst.
Dazu kommen die Punkteprogramme der jeweiligen Plattformen. Auf Ondo sammelt man Punkte, die wahrscheinlich nach der Beta-Phase in einen weiteren Airdrop münden. Auf Variational gibt es ein eigenes Punkteprogramm, bei dem ein Punkt auf dem OTC-Markt mit etwa 21 USDC bewertet wird. Die Strategie generiert also drei Erträge gleichzeitig: Ondo-Rewards in USDC, Ondo-Punkte und Variational-Punkte.
Praktische Umsetzung
Die Einrichtung ist unkompliziert, erfordert aber Sorgfalt. Man meldet sich über einen Ref-Link an, zahlt USDC auf Ethereum Mainnet ein (das dauert etwa drei Minuten und kostet wenige Cent an Gas), und eröffnet dann die Positionen. Der Ref-Link muss vor der ersten Anmeldung geprüft werden, da er nach der Verbindung nicht mehr geändert werden kann. Wer auf Nummer sicher gehen will, nutzt einen Testbetrag.
Die Positionen sollten in etwa gleich groß sein: Der Dollarwert der Long- und Short-Position sollte übereinstimmen, damit die Delta-Neutralität gewahrt bleibt. Bei der Auswahl der Assets orientiert man sich am besten an den größeren, stabileren Märkten: Gold, Silber, Öl, S&P 500, Nasdaq 100 oder große Aktien wie Google, Nvidia, Tesla. Die Funding-Raten auf beiden Plattformen sollten vorab verglichen werden, und der Spread beim Öffnen und Schließen sollte einkalkuliert werden. Wer außerhalb der Börsenzeiten handelt, kann gelegentlich einen günstigen Spread erwischen, oder wartet besser, bis die regulären Handelszeiten beginnen und die Kurse wieder den echten Marktpreisen entsprechen.
Die Auszahlung der Rewards erfolgt wöchentlich in USDC direkt in die Wallet. Eine Auszahlung von Ondo kostet einen Dollar und dauert wenige Minuten. Das tägliche Auszahlungslimit liegt bei 100.000 USDC.
Haftungshinweis: Dies ist keine individuelle Anlageberatung. Die beschriebene Strategie birgt Risiken, insbesondere im Hinblick auf die Beta-Phase der Plattform, mögliche Systemfehler, Liquiditätsengpässe und Wochenend-Effekte. Jede Investitionsentscheidung sollte auf der Grundlage der eigenen finanziellen Situation und Risikobereitschaft getroffen werden.